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Julbogen hell„Das ist die stillste Zeit im Jahr, immer wenn es Weihnacht wird“ – so beginnt ein altes Weihnachtslied. Wie weit sind wir heute davon entfernt! Zwar hat die Natur immer noch ihre Ruhezeit. Aber gerade die Vorweihnachtszeit ist geprägt von Hektik und Konsumrausch. Da bleibt keine Zeit mehr für besinnliche Stunden in der Familie – vor allem, wenn auch die Mutter berufstätig ist und womöglich noch im Verkauf arbeitet. Dazu kommen dann noch die zahlreichen „Weihnachtsfeiern“ der Vereine und Arbeitsstellen, die oft nicht einmal etwas Weihnachtliches beinhalten. Da muß man schon froh sein, wenn neben dem ausführlichen Essen und Trinken noch ein paar Weihnachtslieder gesungen werden, die schon den ganzen Tag über in den Kaufhäusern als „Plätschermusik vom Endlosband“ säuseln.
Wie schön – und wichtig! – ist es da, wenn Mütter sich die Zeit nehmen, ihre Kinder auf Weihnachten einzustimmen. Wenn abends bei Kerzenschein die alten schönen Lieder erklingen, der Duft der Tannenzweige und Kerzen durch den Raum zieht, kann man abschalten von den Problemen des Alltags und ein bisschen zur Ruhe kommen. Auch unsere alten Märchen sollen nun wieder aufleben wie das von Frau Holle, die ihre Betten schütteln lässt, damit es auf Erden schneit und die Schneedecke die Saaten vor dem Frost schützt. Der Fernseher kann da mal ausgeschaltet bleiben...
Schon die Kleinen haben Freude daran, beim Backen der Weihnachtsplätzchen zu helfen. Vielleicht kann man den Weihnachtskranz („Adventskranz“) selber binden oder für den Schmuck am Weihnachtsbaum Strohsterne basteln oder Nüsse und kleine Zapfen vergolden. Auch Karten, mit denen man Weihnachtsgrüße an Freunde oder Inhaftierte in die Gefängnisse schickt, können selbst hergestellt werden – es müssen doch nicht die kitschigen Christkindlein oder Rudi das Rentier (das es bei uns gar nicht gibt) sein. Gerade die Grüße an die Gefangenen sind wichtig, müssen sie doch dieses uralte Fest der Besinnung oft unter anders Fühlenden und deren ausgelassenen fremd klingenden Lärm begehen, statt in Ruhe in Gedanken bei ihrer Familie oder den Kameraden sein zu können. Es ist wichtig, sie wissen zu lassen, dass sie nicht vergessen sind.


Wenn der Weihnachtsbaum ein echter Baum und nicht aus Plastik ist und die Kerzen noch echte und keine elektrischen sind, gedenken wir bei ihrem flackernden Schein der Verstorbenen und der Ahnen der Sippe, die nach altem Glauben in diesen Stunden bei ihren Lieben weilen.
Wir hören heute oft von brutalen Übergriffen Jugendlicher und von ihrer Perspektivlosigkeit, Alkoholexzessen u.ä. Wer in der Familie Geborgenheit, Zuwendung und frohe Erlebnisse findet, wird in sich gefestigter sein und dem Leben positiver gegenüber stehen können. Das zu vermitteln, ist die Aufgabe der Mutter – die Vorweihnachtszeit ist dafür besonders geeignet.

Edda Schmidt

Quelle: Ring Nationaler Frauen