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Freiheit: In Stein gemauerte Glückseligkeitspredigt?
In der internationalen Freimaurerei wird das unheilige Reich der westlichen Welt sichtbar, das über alle Nationen- und Sprachenverschiedenheiten hinweg die Völker verbünden und verbrüdern will. Diese Wirklichkeit nahm ihre rasante Bewegung am 24. Juni 1717 auf. An diesem Tag vereinigten sich vier Londoner Werkmaurerlogen zur ersten »Großloge von England«. Sie hat bereits um 1740 auch das politische Schlagwort der Französischen Revolution »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« geprägt und die Disziplin der »humanen« Demokratie geboren. In diesem Zusammenhang wollen wir den französischen Jesuitenpater Augustin Barruel (1741-1820) zu Worte kommen lassen, der in der »antichristlichen Verschwörung« des Jakobinismus und deren Forderung, daß alle Menschen frei und gleich seien, die Kulmination dessen sah was wir hier beschreiben. Er nannte dies die: »dreifache Verschwörung«. Augustin Barruel vertrat die Ansicht, daß »die Koalition einer dreifachen Sekte, dreifachen Verschwörung ..., in welcher, ..., der Ruin der Kirche, der Ruin des Throns, und endlich der Ruin der ganzen bürgerlichen Gesellschaft geschmiedet wurde, und noch geschmiedet wird. [...]«. Es ist nicht von ungefähr, daß die Freimaurerei im Gewande des Handwerks der Maurer auftritt und technische Symbole gebraucht. Denn die westliche Welt ist zugleich die Welt der Technik und des technischen Fortschritts. Beide, Freimaurerei und Technik, sowie die damit eng zusammenhängende kapitalistische Wirtschaftsordnung, sind aus dem gleichen Geiste hervorgegangen und verfolgen die gleichen Ziele.


Die Ziele wurden deutlich formuliert. Zahlreiche Philosophen, die im 18. Jahrhundert über alles Mögliche schrieben und sich Rationalisten und Aufklärer nannten, bereiteten ihren Weg. Gemeinsam stellten sie die bisherigen Werte und Konventionen in Frage, insbesondere den Absolutheitsanspruch des Adels und der Kirche. Durch das schriftstellerische Wirken dieser Freigeister resultiert die natürliche Abneigung gegen die liberale Geisteshaltung, denn das gebildete Zeitalter führte nicht zur Erneuerung der Gemeinschaft, sondern zerbrach die bürgerliche Welt.
Humanität als hohes Gut der Demokratie?
Die Lehre der Humanität ist die »Religion« der Freimaurer. Diese ist bis heute die geistige Grundlage und der Ausgangspunkt aller ichsüchtigen Glückseligkeitspredigten. Die Idee der Humanität, also die Summe alles rein Menschlichen im Gegensatz zum Tierischen, bildet ein Prinzip und Zweck der »dreifachen Verschwörung«. Die Lehre der Humanität ist weitgreifender als alle Kirchen, Staaten und Schulen, als alle Stände, Völker und Nationalitäten; denn sie dehnt sich über die gesamte Menschheit aus. Nicht weniger predigt sie eine schrankenlose Grenzvernichtung. Diese atomistische Weltanschauung war und ist die Voraussetzung für die politische Lehre der Demokratie und des wirtschaftlichen Zwangsglaubenssatzes vom freien Spiel der Marktkräfte. Alle Mächte also, die auf Lockerung staatlicher, nationaler und sozialer Bindungen hinarbeiten, müssen sich mit den Inhalten dieser Philosophie vereinen. Ich kann daher nur der Gedankenwelt des spanischen Geschichtsphilosophen Juan Donoso Cortés (1809-1853) folgen, der klar und deutlich diesen Irrweg aufzeichnete und formulierte, daß wir zahlreiche Fesseln ablegten, nur um uns neue anzulegen. So treiben wir Mißbrauch mit unserer Freiheit und beseitigen jedwede Art von Fesseln. Uns ist es gleichgültig geworden, was wir sind oder einst waren. Hauptsache ist, daß wir frei sind. Die Freiheit ist unser höchstes Gut und bedeutet Vollkommenheit. Im Grunde wird damit die rationale Forderung nach einer natürlichen Grenze gegen die Ausbreitung des absoluten Freiheitsdranges unterdrückt. Der Mensch ist zwar frei geboren aber eingebettet im Wirken und Schaffen jener höheren Macht, die wir in der Natur wahrnehmen und nicht mit dem »göttlichen Baumeister der Erde« gleichsetzen dürfen.

Herwig Kerscher