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In dem Artikel "Wir möchten Freunde werden" des Schwarzwälder Boten vom 06.07.2016 wird von einer Podiumsdiskussion mit Flüchtlingen in Bisingen berichtet. Dabei wird Makieh Aarabi mit folgendem Satz zitiert: „Wir sind vor Tod, Terrorismus und Unsicherheit geflohen. Ich bitte Sie, sich vorzustellen, wie es ist, wenn Ihr Land zerstört wird.“

 

Dieser Satz ist ein Hohn und eine Beleidigung für uns Deutsche, denn genau das haben Millionen von Deutschen schon längst selbst erlebt und werden die Erinnerung an das Geschehene (und Verlorene) bis heute nicht los. Millionen Deutscher sind vertrieben worden neben all denen, die noch rechtzeitig vor der Roten Armee geflohen sind. Sie mussten von jetzt auf gleich alles zurücklassen und zum Teil unter schrecklichsten Bedingungen großenteils zu Fuß Hunderte von Kilometern zurücklegen, wobei viele starben. Und sie kamen im Westen an in Städte und Gemeinden, die vom alliierten Bombenterror großteils völlig zerstört waren, sodaß die dort Einheimischen schon oft kein Dach über dem Kopf hatten und nun noch die Vertriebenen aufnehmen mussten. Aber auch hier waren sie nicht sicher – nicht nur die Rote Armee, sondern genauso die Westalliierten vergewaltigten die Frauen oft zigmal, manchmal bis zum Tod.
Und all diese Opfer von Gewalt sind nicht davongelaufen in bessere Welten, sondern haben die Ärmel hochgekrempelt und das zerstörte Land wieder aufgebaut – vielfach hauptsächlich Frauen, da die Männer ja meist noch in Gefangenschaft waren. Unter schwierigsten Bedingungen – kein Raum, kein Essen, kein Geld – mussten sie überleben und haben das „Wirtschaftswunder“ aufgebaut, das jetzt den in ihrer Heimat vor Krieg und vor allem dem zwangsweise folgenden Wiederaufbau Geflohenen alles großzügig schenkt, während viele der nun Altgewordenen in Altersarmut sehen müssen, wo sie bleiben, denn für sie ist nicht so viel Geld da!
Das sollte Makieh Aarabi und all die anderen, die als „Flüchtlinge“ hergekommen sind, erst einmal zur Kenntnis nehmen. Ihr Ziel ist ein besseres Leben (sonst würden z.B. die Menschen dankbar auch in Griechenland bleiben, statt unbedingt nach Deutschland kommen zu wollen, dem Land, in dem „Milch und Honig“ fließt, d.h. man alles großzügig geschenkt bekommt) – davon war bei den deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen damals absolut keine Rede, da ging es ums nackte Überleben in genauso schlechten, wenn nicht im ausgebombten Westen sogar schlechteren Verhältnissen ohne jegliche Hilfe. Es gab keine Mindestquadratmeterzahl an Wohnraum, keine renovierten oder gar neu gebauten Unterkünfte, kein kostenloses Essen, kein Taschengeld usw. Und wie gern wären die meisten in ihre alte Heimat zurückgekehrt, aber das war verboten und unmöglich.

 

Quelle: Ring Nationaler Frauen